Die Ostfriesen haben einen ausgeprägten Sinn für das Brauchtum. Auffällig ist, dass sich viele liebevoll gepflegte Bräuche in dieser Region mit dem Werfen ungewöhnlicher Gegenstände zu tun haben. Das so genannte Boßeln ist in Ostfriesland ein beliebter Volkssport, der vor allem im Winter betrieben wird. Wenn die sonst ruhigen Straßen am Wochenende voller Menschen sind, die mit einer Kugel werfend, mit den Armen aufgeregt fuchtelnd und laut schreiend „He loept noch“ rufen, dann ist man schon mittendrin im Bossel-Wettkampf. Ähnlich wie beim Kegeln wird die Kugel auf der 10 Kilometer langen Wettkampfstrecke geworfen. Jede Mannschaft besteht aus vier Spielern, die abwechselnd versuchen, die weiteste Kugel zu werfen. Ein Riesenspaß nicht nur für die Boßler sondern auch für die „Mäkler und Käkler“, die Fans und Zuschauer.
Auch das Klootschießen findet im Winter statt. Auf gefrorenen Wiesen wird eine 5,8 Zentimeter dicke, mit Blei ausgegossene Holzkugel von einer Rampe, nach einem 25 Meter langen Anlauf, mit einer schnellen Armbewegung durch die Luft geschossen. Gute Werfer erreichen mit der 475 Gramm schweren Kugel immerhin Weiten von rund 100 Metern.
Werden Boßeln und Klootschießen durchaus ernsthaft betrieben, ist das sogenannte „Besensmieten“ eine reine Spaßveranstaltung, die meist an Rosenmontag stattfindet. Ziel des Spiels ist es, einen Reisigbesen ohne Stil so weit wie möglich zu werfen. Spaßfaktor für die Zuschauer ist vor allem die individuelle Wurftechnik der einzelnen Spieler.
"blattgold & blütenzauber" - das kostenlose Magazin mit den schönsten Schlössern & Burgen, Parks & Gärten! Diese Broschüre und weitere Urlaubsmagazine jetzt online bestellen.
mehr
Zimmer-Schnellsuche
Zimmer frei? Unterkünfte in Niedersachsen online suchen und buchen!